Ein Kampfjet, der schneller sein soll als sein Vorgänger, aber es nicht ist – und trotzdem gilt die F-35 als das Rückgrat der westlichen Luftverteidigung. Dieses Porträt zeigt, was der Tarnkappenjäger wirklich kann, wo die Grenzen liegen und wie er sich gegen die schärfste Konkurrenz aus Russland und Europa schlägt.

Höchstgeschwindigkeit: Mach 1,6 (ca. 1.930 km/h) ·
Einsatzradius: ca. 1.200 km (interner Treibstoff) ·
Stückpreis (F-35A): ca. 82,5 Mio. USD (2024) ·
Erstflug: 15. Dezember 2006 ·
Besatzung: 1 Pilot

Kurzüberblick

1Bestätigte Fakten
  • F-35 erreicht Mach 1,6 (ca. 1.930 km/h) (Bundeswehr)
  • Stückpreis F-35A ca. 82,5 Mio. USD (2024) (Produktion.de)
  • Bisher kein Abschuss in Kampfeinsätzen (Bundeswehr)
2Was unklar ist
  • Exakte Tarnkappenleistung im Vergleich zur Su-57 – keine öffentlichen Vergleichsdaten
  • Ob die F-35 im klassischen Dogfight gegen die Su-57 bestehen könnte
  • Langfristige Wartungskosten noch nicht vollständig bekannt
3Zeitleisten-Signal
  • 2001: Auswahl der X-35 als Gewinner des JSF-Programms
  • 2015: Erste Einsatzbereitschaft (US Marine Corps)
  • 2022: Deutschland bestellt 35 F-35A
4Wie es weitergeht
  • Auslieferung an die deutsche Luftwaffe ab 2026 geplant
  • Weitere NATO-Staaten treten dem F-35-Programm bei
  • Technologische Weiterentwicklung (Block 4) in der Erprobung

Die technischen Daten der F-35A zeigen einen Jet, der auf Stealth und Vernetzung ausgelegt ist – nicht auf reine Geschwindigkeit.

Merkmal Wert
Hersteller Lockheed Martin
Typ Tarnkappen-Mehrzweckkampfflugzeug
Antrieb Pratt & Whitney F135
Länge 15,7 m
Spannweite 10,7 m
Leermasse 13.290 kg
Max. Startmasse 31.800 kg
Dienstgipfelhöhe 15.240 m
Stückpreis (F-35A) ca. 82,5 Mio. USD (2024)
Erstflug 15. Dezember 2006
Indienststellung 31. Juli 2015 (USMC)

Wie schnell ist der F-35 Kampfjet?

Höchstgeschwindigkeit im Vergleich zur F-16

  • Die F-35 erreicht Mach 1,6 – das entspricht etwa 1.930 km/h (Bundeswehr (offizielle Angaben)).
  • Die F-16 Fighting Falcon ist mit Mach 2,0 (ca. 2.414 km/h) deutlich schneller, besitzt aber keine Tarnkappeneigenschaften.
  • Der Eurofighter Typhoon erreicht Mach 2,0 und übertrifft die F-35 ebenfalls in puncto Höchstgeschwindigkeit.

Überschallflug ohne Nachbrenner (Supercruise)

Die F-35 kann nicht dauerhaft im Überschallflug ohne Nachbrenner operieren – ein entscheidender Unterschied zur F-22 Raptor, die für Supercruise ausgelegt ist. Allerdings ist die F-35 in der Lage, kurzzeitig Überschall zu erreichen, was für taktische Manöver ausreicht.

Der Trade-off

Die F-35 ist langsamer als ihre Vorgänger und Konkurrenten – das ist kein Konstruktionsfehler, sondern eine strategische Entscheidung. Die Tarnkappentechnologie wiegt mehr als reine Geschwindigkeit.

Fazit: Die F-35 ist kein Geschwindigkeitswunder, aber das war nie ihr Anspruch. Für Piloten, die auf Stealth setzen müssen: Die reduzierte Radarsignatur ist wertvoller als 400 km/h mehr Spitzentempo.

Ist die F-35 der fortschrittlichste Kampfjet der Welt?

Vergleich mit anderen Jets der 5. Generation

  • Die F-35 gilt als technologisch führend in Sensorfusion und Netzwerkfähigkeit (Bundeswehr (Pressemitteilung)).
  • Kein anderer Serienjet vereint Tarnkappe, Datenlink-Vernetzung und Multi-Rollen-Fähigkeit in diesem Umfang.

F-35 vs. F-22 Raptor – wer ist fortschrittlicher?

Die F-22 Raptor ist der einzige reine Luftüberlegenheitsjäger der USA und in Wendigkeit und Supercruise der F-35 überlegen. Doch die F-22 verfügt nicht über die modernen Sensor- und Datenverbundsysteme der F-35. Für die Bundeswehr ist klar: „Die F-35 ist das derzeit fortschrittlichste Kampfflugzeug der Welt“ – eine Einschätzung, die sich auf die Gesamtsystemfähigkeit bezieht, nicht auf reine Flugleistung.

Der implizite Rang: Amerikas leistungsstärkster Jet bleibt die F-22. Die F-35 ist der vielseitigste.

Fazit: Die F-35 ist kein Geschwindigkeitswunder, aber das war nie ihr Anspruch. Für Piloten, die auf Stealth setzen müssen: Die reduzierte Radarsignatur ist wertvoller als 400 km/h mehr Spitzentempo.

Welcher ist besser: SU-57 oder F-35?

Tarnkappenfähigkeiten im Vergleich

  • Die F-35 hat nach Einschätzung westlicher Analysten eine überlegene Tarnkappentechnologie mit einem Radarquerschnitt von weniger als 0,001 m² – vergleichbar mit einem Golfball.
  • Die Su-57 Felon setzt auf eine andere Philosophie: geringere Tarnkappe, aber höhere Agilität und eine größere interne Waffenlast.

Bewaffnung und Reichweite

  • Die Su-57 kann intern bis zu sechs Luft-Luft-Raketen tragen, die F-35 nur vier AMRAAM plus zwei JDAM-Bomben (Wikipedia DE (technische Daten)).
  • Die Reichweite beider Jets ist mit rund 1.200 km Einsatzradius (intern) vergleichbar.

Einsatzgeschichte

Bisher gab es keine direkten Luftkämpfe zwischen beiden Typen. Die F-35 wurde in realen Kampfeinsätzen (Israel, USA) gegen Bodenziele eingesetzt, die Su-57 kam in Syrien und der Ukraine zum Einsatz, jedoch ohne Luftkampfbegegnungen.

Was zu beachten ist

Öffentliche Vergleichsdaten zur Tarnkappenleistung der Su-57 existieren nicht. Jede Aussage über eine Überlegenheit beruht auf Modellrechnungen und westlichen Geheimdienstschätzungen.

Fazit: Die F-35 ist im Stealth-Bereich führend, die Su-57 in der Agilität. Für NATO-Anwender: Der Datenverbund und die Integrationsfähigkeit der F-35 wiegen schwerer als die physikalische Flugleistung des russischen Kontrahenten.

Ist die F-35 besser als der Eurofighter?

Luftkampfleistung

  • Der Eurofighter Typhoon ist in Luftkämpfen agiler und hat eine höhere Beschleunigung – Mach 2,0 vs. Mach 1,6 der F-35.
  • Die F-35 punktet mit Tarnkappe und Netzwerkfähigkeit, die der Eurofighter nicht bietet.

Kosten und Wartung

Ein Bundestagsvorgang nennt für die deutschen F-35-Kampfjets einen Preis von 286 Millionen Euro pro Stück – inklusive Bewaffnung, Ersatzteilen und Wartungsleistungen für fünf Jahre (Deutscher Bundestag (DIP)). Das ist deutlich teurer als ein Eurofighter, der in der Beschaffung bei etwa 100 bis 120 Millionen Euro liegt.

Exportchancen

Polen wählte die F-35, während Länder wie Österreich, Saudi-Arabien oder Kuwait den Eurofighter bevorzugen. Die Entscheidung fällt oft politisch: Wer eng mit den USA zusammenarbeitet, bekommt Zugang zum F-35-Ökosystem.

Fazit: Der Eurofighter ist der bessere reine Jäger, die F-35 der bessere Gesamtkriegsflieger. Für Deutschland: Die Kombination aus Tornado-Nachfolge und Atombombenfähigkeit machte die F-35 zur strategischen Notwendigkeit.

Welche Bewaffnung und Reichweite hat der F-35?

Interne Waffenlast

  • Intern: 4 Luft-Luft-Raketen (AMRAAM) und 2 Bomben (JDAM) oder 8 Small Diameter Bombs (SDB).
  • Extern: bis zu 15.000 kg, aber mit Einschränkung der Tarnkappe – externe Aufhängungen erhöhen den Radarquerschnitt erheblich.

Externe Aufhängungen und Stealth-Einschränkungen

Die F-35 verfügt über zehn Außenlaststationen. Sobald Waffen oder Zusatztanks extern montiert werden, ist die Tarnkappe weitgehend aufgehoben – der Jet wird auf dem Radar sichtbar wie ein konventioneller Kampfjet.

Einsatzradius und Tankoptionen

  • Einsatzradius ca. 1.200 km (interner Treibstoff) – ausreichend für die meisten taktischen Einsätze innerhalb Europas.
  • Mit Zusatztanks bis zu 2.200 km.
  • Luftbetankung möglich, wodurch die Einsatzdauer theoretisch unbegrenzt verlängert werden kann.
Die Krux

Die F-35 ist ein Stealth-Jet – aber nur, solange sie ihre Waffen innen trägt. Sobald die maximale Waffenlast extern montiert wird, ist der Tarnkappenvorteil dahin.

Wurde ein F-35 Kampfjet abgeschossen?

Bekannte Verluste und Unfälle

  • Bisher kein bestätigter Abschuss im Kampf – weder durch Luftabwehr noch durch einen gegnerischen Jäger.
  • Mehrere Unfälle: 2020 Absturz einer F-35A in Florida (technisches Problem), 2022 Absturz einer F-35B in Texas (Pilot rettete sich).

Luftkampfhistorie – hat die F-35 je verloren?

Die F-35 hat bisher keine Luftsiege erzielt – aber auch keine Niederlage. Die F-15 Eagle hingegen hat eine ungeschlagene Luftkampfbilanz von über 100 Siegen ohne eigenen Verlust.

Warum das wenig aussagt

Die F-35 wurde primär für Luft-Boden-Einsätze und als Netzwerkknoten konzipiert. Luftkämpfe gegen ebenbürtige Gegner fanden bislang nicht statt – die Bewährungsprobe steht noch aus.

Fazit

Die F-35 ist weder das schnellste, noch das wendigste, noch das billigste Kampfflugzeug. Aber sie ist das vernetzteste und sensorstärkste – und das zählt in der modernen Kriegsführung mehr als reine Flugleistung. Für die deutsche Luftwaffe, die 35 Stück ab 2026 erhält (Bundeswehr (Planungsstand)), ist die Entscheidung klar: Die F-35 ersetzt den Tornado und sichert die nukleare Teilhabe. Für Puristen, die auf Wendigkeit und Höchstgeschwindigkeit setzen, bleibt der Eurofighter die erste Wahl. Der Trade-off ist benannt – jetzt muss jeder Staat selbst entscheiden, was ihm wichtiger ist: Stealth oder Speed.

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Wer sich für den direkten Vergleich mit der Su-57 und dem Eurofighter interessiert, findet in detaillierte F-35 Daten und Vergleiche eine ausführliche Analyse.

Häufig gestellte Fragen

Wie viele F-35 hat Deutschland bestellt?

Deutschland hat 35 F-35A bestellt. Die Auslieferung soll ab 2026 beginnen (Bundeswehr).

Welche Länder setzen die F-35 ein?

Über 15 Länder betreiben oder haben die F-35 bestellt, darunter USA, Großbritannien, Israel, Japan, Norwegen, Polen und ab 2026 Deutschland.

Hat die F-35 einen Kill Switch?

Es gibt Berichte, dass die USA bei Verstößen gegen Nutzungsauflagen die F-35 deaktivieren könnten. Offiziell bestätigt ist dies nicht. Experten aus der Rüstungsbranche haben diese Möglichkeit in Interviews angedeutet.

Kann die F-35 senkrecht starten?

Nein, nur die F-35B (STOVL-Variante) kann senkrecht landen und kurze Startstrecken nutzen. Die F-35A und F-35C benötigen normale Start- und Landebahnen.

Ist die F-35 atombombenfähig?

Ja, die F-35 ist für den Einsatz von Atomwaffen zertifiziert. Dies war ein entscheidender Faktor für die deutsche Beschaffung als Tornado-Nachfolge (Bundeswehr (nukleare Teilhabe)).

Welche Varianten gibt es (F-35A/B/C)?

F-35A (konventionell startend), F-35B (kurzer Start, senkrechte Landung), F-35C (trägergestützt mit größeren Tragflächen und Fanghaken).

Wie zuverlässig ist die F-35 (Einsatzbereitschaft)?

Die Einsatzbereitschaft lag in den letzten Jahren bei etwa 70–75%. Kritiker bemängeln hohe Wartungskosten und lange Reparaturzeiten, Befürworter verweisen auf die komplexe Technologie als Grund.