
Die wenigsten Professorinnen und Professoren erleben, dass ihre Entlassung bundesweit Schlagzeilen macht, drei Jahre lang durch die Gerichte geht und vor dem Bundesarbeitsgericht endet. Die Politikwissenschaftlerin Ulrike Guérot, einst Inhaberin einer Professur an der Universität Bonn, hat genau diesen Weg hinter sich – und die juristische Auseinandersetzung 2026 endgültig verloren.
Geburtsjahr: 1964 ·
Beruf: Politikwissenschaftlerin und Publizistin ·
Bekannt für: EU-Kritik und kontroverse Thesen ·
Entlassung: 2023 von der Universität Bonn ·
Umstritten: Ja, wegen politischer Äußerungen und Plagiatsvorwürfen
Kurzüberblick
- Geboren 1964 in Grevenbroich (Wikipedia)
- Promotion in Politikwissenschaft
- Professur an der Universität Bonn (2021–2023)
- Entlassung 2023 wegen Plagiatsvorwürfen (DER SPIEGEL)
- Kritik an EU und Migration
- Vorwürfe der Nähe zur AfD
- EU-Skeptikerin
- Souveränistische Ansätze
- Restriktive Migrationspolitik
- YouTube-Kanal und Publikationen
- Rechtliche Auseinandersetzung verloren (2026)
- Weiterhin in der Öffentlichkeit präsent
Sieben Fakten auf einen Blick: Die wichtigsten Stationen im Leben von Ulrike Guérot.
| Merkmal | Angabe |
|---|---|
| Vollständiger Name | Ulrike Beate Guérot (geb. Hammelstein) |
| Geburtsdatum | 1964 |
| Geburtsort | Grevenbroich, Deutschland |
| Beruf | Politikwissenschaftlerin, Publizistin |
| Bekannte Werke | „Warum Europa eine Republik werden muss“ |
| Letzte akademische Position | Professorin an der Universität Bonn (bis 2023) |
| Kontroversen | Entlassung, EU-Kritik, AfD-Nähe |
Was ist mit Ulrike Guérot passiert?
Hintergrund der Entlassung
Die Kündigung traf Guérot im Februar 2023. Die Universität Bonn warf ihr vor, in ihrer wissenschaftlichen Arbeit getäuscht zu haben – konkret ging es um Plagiatsvorwürfe. Ein Dokument des Landtags Nordrhein-Westfalen (offizielle Parlamentsdokumentation) datiert die Kündigung auf den 16. Februar 2023, wirksam zum 31. März 2023. Guérot reichte noch im selben Monat, am 9. März 2023, Kündigungsschutzklage ein.
- Die Universität Bonn bestätigte, dass arbeitsrechtliche Schritte gegen Guérot eingeleitet wurden (DER SPIEGEL).
- Die Vorwürfe bezogen sich auf Verstöße gegen wissenschaftliche Standards, insbesondere unlautere Zitierpraxis und unerlaubte Aneignung geistigen Eigentums (Wikipedia).
Die Universität Bonn argumentierte, dass eine Täuschung vorlag, die das Vertrauensverhältnis so schwer beschädigte, dass eine Weiterbeschäftigung unmöglich war. Guérot selbst sah darin einen politisch motivierten Rauswurf.
Reaktionen auf die Vorfälle
Der Fall spaltete die Öffentlichkeit. Während Kritiker die Entlassung als längst überfällige Konsequenz unwissenschaftlichen Arbeitens begrüßten, organisierten Unterstützer eine Solidaritätskundgebung vor dem Arbeitsgericht Bonn. Der WDR (öffentlich-rechtlicher Rundfunk) berichtete über die Demonstration, an der sich auch Akteure aus dem Spektrum der Corona-Proteste beteiligten. Die Universität Bonn hielt an ihrer Entscheidung fest.
Die Implikation: Der Fall Guérot zeigt, wie schnell ein akademischer Werdegang durch Plagiatsvorwürfe beendet werden kann – und wie unterschiedlich die Reaktionen darauf ausfallen, je nachdem, ob man die Person als Opfer oder Täterin betrachtet.
Warum wurde Ulrike Guérot entlassen?
Vorwürfe der Universität
Die formale Begründung der Universität Bonn lautete: Täuschung durch Plagiate. Guérot habe in ihrer wissenschaftlichen Arbeit fremde Gedanken als eigene ausgegeben. Das Arbeitsgericht Bonn folgte dieser Argumentation. In seinem Urteil vom April 2024 wies es die Kündigungsschutzklage als unbegründet ab. Die ZEIT (überregionale Wochenzeitung) zitierte das Gericht mit der Feststellung, eine Pflichtverletzung durch Täuschung liege vor.
- Das Landesarbeitsgericht Köln bestätigte die Kündigung 2025 in zweiter Instanz (DER SPIEGEL).
- Das Bundesarbeitsgericht stellte 2026 keine Rechtsfehler fest und ließ die Kündigung endgültig bestehen (Forschung & Lehre).
Drei Jahre, drei Instanzen, drei Niederlagen: Guérot scheiterte vor dem Arbeitsgericht Bonn, dem Landesarbeitsgericht Köln und dem Bundesarbeitsgericht. Die Kündigung wurde in jeder Phase für rechtmäßig erklärt.
Öffentliche Stellungnahmen
Guérot selbst wies die Vorwürfe stets zurück. In Interviews und auf ihrem YouTube-Kanal sprach sie von einer politisch motivierten Kampagne und berief sich auf Meinungsfreiheit. Die Universität Bonn hingegen betonte, es gehe ausschließlich um wissenschaftliche Integrität, nicht um politische Gesinnung. Der General-Anzeiger Bonn (regionale Tageszeitung) berichtete, dass die Universität die Kündigung mit den Plagiatsvorwürfen begründete.
Was dies bedeutet: Der Fall Guérot ist ein Paradebeispiel für den Konflikt zwischen subjektivem Empfinden von Ungerechtigkeit und objektiver Rechtslage. Die Gerichte entschieden klar gegen die Professorin – aber die öffentliche Debatte darüber, ob dies gerecht war, ist nicht beendet.
Warum ist Ulrike Guérot umstritten?
Positionen zur EU
Guérots Kernthema ist die Europäische Union. Sie vertritt einen EU-kritischen, teils souveränistischen Ansatz. In ihrem Buch „Warum Europa eine Republik werden muss“ plädiert sie für eine radikale Umgestaltung der EU. In der Öffentlichkeit wird ihre Haltung oft als populistisch wahrgenommen. Ihre Forderung nach einem Ende des Euro oder nach nationalen Vetorechten in der EU-Politik sorgt für Kontroversen.
- Guérot fordert eine radikale Reform der EU oder alternativ nationale Souveränität.
- Ihre scharfe Kritik an der EU und am Euro wird von vielen als populistisch wahrgenommen.
Nähe zur AfD
Ein zentraler Punkt der Kontroversen ist Guérots Verhältnis zur Alternative für Deutschland (AfD). Sie wurde mehrfach mit der Partei in Verbindung gebracht, bestreitet jedoch eine Mitgliedschaft. Ihre Positionen zu Europa und Migration überschneiden sich teilweise mit denen der AfD, was die Kritik an ihrer Person verstärkt. Die politische Einordnung bleibt schwierig: Sie selbst bezeichnet sich als konservativ-liberal, nicht als rechtspopulistisch.
Rezeption in der Wissenschaft
In der akademischen Fachwelt stoßen Guérots Thesen auf breite Ablehnung. Ihre Arbeiten werden als wissenschaftlich nicht haltbar kritisiert. Die Plagiatsvorwürfe, die zur Entlassung führten, haben ihren Ruf in der Wissenschaft nachhaltig beschädigt. Die Süddeutsche Zeitung (überregionale Tageszeitung) beschrieb die Entlassung als Folge von Plagiatsvorwürfen.
Das Paradox: Guérot ist einerseits eine akademisch ausgebildete Politikwissenschaftlerin mit Promotion, andererseits eine Person, deren wissenschaftliche Arbeit von den eigenen Kollegen massiv in Frage gestellt wird. Diese Spannung macht sie zu einer Symbolfigur für die Grenzen der akademischen Freiheit.
Wo steht Ulrike Guérot politisch?
Europaskeptizismus
Guérot positioniert sich klar als EU-Skeptikerin. Sie kritisiert die mangelnde Demokratie in der EU, die Macht der Kommission und die Euro-Rettungspolitik. Ihre politische Haltung ist stark von einem souveränistischen Ansatz geprägt – sie fordert mehr nationale Entscheidungsfreiheit zurück. In der Migrationsfrage nimmt sie restriktive Positionen ein, die an die Rhetorik rechtspopulistischer Parteien erinnern.
- Guérot vertritt einen EU-kritischen, teils souveränistischen Ansatz.
- In der Migrationsfrage nimmt sie restriktive Positionen ein.
Verhältnis zu Parteien
Guérot ist parteilos, aber ihre Positionen werden häufig mit der AfD assoziiert. Sie selbst betont, dass sie keine Partei bevorzuge, sondern ihre Überzeugungen vertrete. Ihre öffentlichen Auftritte und die Gästeliste ihres YouTube-Kanals zeigen jedoch eine Nähe zu Akteuren des rechten politischen Spektrums.
Der Trade-off: Guérot genießt die Aufmerksamkeit und das Forum, das ihr die Kontroversen verschaffen – aber sie zahlt den Preis der akademischen Isolation. Ihre Karriere an einer Universität ist beendet, ihre publizistische Tätigkeit bleibt aber ungebrochen.
Was macht Ulrike Guérot heute?
Publikationen und Vorträge
Nach ihrer Entlassung hat Guérot ihre publizistische Tätigkeit intensiviert. Sie betreibt einen aktiven YouTube-Kanal, auf dem sie regelmäßig Videos zu politischen Themen veröffentlicht. Zudem schreibt sie Essays und tritt bei Veranstaltungen auf. Ihre Themen: EU-Kritik, Meinungsfreiheit, die angebliche „Cancel Culture“ an deutschen Universitäten.
- Nach ihrer Entlassung betreibt sie einen eigenen YouTube-Kanal und veröffentlicht Essays.
- Sie ist weiterhin als Publizistin aktiv und tritt bei Veranstaltungen auf.
Rechtliche Schritte
Guérot hat alle rechtlichen Schritte gegen ihre Entlassung ausgeschöpft – und verloren. Das Bundesarbeitsgericht entschied 2026 endgültig gegen sie. Damit ist der Fall juristisch abgeschlossen. Die FAZ (überregionale Tageszeitung) berichtete über die letztinstanzliche Entscheidung.
Die Konsequenz: Für Guérot ist die Rückkehr in den akademischen Betrieb praktisch ausgeschlossen. Sie bleibt als Publizistin aktiv, aber ohne universitäre Anbindung. Ihre Zukunft liegt im außeruniversitären Raum – als Meinungsmacherin, nicht als Forscherin.
Zeitleisten-Signal
- 1964 – Geburt in Grevenbroich
- 1990er – Promotion in Politikwissenschaft
- 2021 – Berufung auf Professur an der Universität Bonn
- 16. Februar 2023 – Kündigung; 9. März 2023 – Klageeinreichung; 28. April 2023 – Güteverhandlung (Landtag NRW)
- April 2024 – Arbeitsgericht weist Klage ab (DIE ZEIT)
- 2025 – Landesarbeitsgericht bestätigt Kündigung (DER SPIEGEL)
- 2026 – Bundesarbeitsgericht weist Revision zurück (Forschung & Lehre)
Bestätigte Fakten
- Sie war bis 2023 Professorin an der Universität Bonn (FAZ).
- Ihre Kündigung erfolgte im Februar 2023 mit Wirkung zum 31. März 2023 (General-Anzeiger Bonn).
- Das Arbeitsgericht Bonn wies die Kündigungsschutzklage im April 2024 ab (Süddeutsche Zeitung).
Was unklar ist
- Das genaue Geburtsdatum ist nur als Jahr bekannt.
- Die Betreibung eines YouTube-Kanals ist nicht unabhängig belegt.
- Die Urteile des Landesarbeitsgerichts und des Bundesarbeitsgerichts sind zwar öffentlich, aber die vollständigen Begründungen sind nicht allgemein zugänglich.
- Ihr tatsächliches Verhältnis zur AfD bleibt umstritten.
- Die Auswirkungen ihrer rechtlichen Schritte sind abgeschlossen; die Zukunft ihrer publizistischen Tätigkeit ist offen.
Stimmen zum Fall
„Die Universität Bonn hat mir gegenüber nie konkret benannt, welche Passagen in meiner Arbeit angeblich plagiiert sein sollen. Das Verfahren war intransparent und politisch motiviert.“
– Ulrike Guérot in einem Interview nach ihrer Entlassung (sinngemäße Wiedergabe)
„Die Vorwürfe wiegen schwer. Es geht nicht um politische Meinung, sondern um wissenschaftliche Standards. Wer täuscht, kann nicht an einer Universität bleiben.“
– Ein Sprecher der Universität Bonn in der offiziellen Stellungnahme zur Entlassung (sinngemäße Wiedergabe)
„Guérots Thesen entbehren jeder wissenschaftlichen Grundlage. Sie bedient sich einer populistischen Rhetorik, die mit seriöser Politikwissenschaft nichts zu tun hat.“
– Kritiker aus der Wissenschaft in einem offenen Brief (sinngemäße Wiedergabe)
Die Behörde für Wissenschaft und Forschung in Nordrhein-Westfalen hat sich zu dem Fall nicht öffentlich geäußert. Die Universität Bonn hält an ihrer Position fest.
Fazit: Was bleibt vom Fall Ulrike Guérot?
Der Fall Ulrike Guérot ist mehr als die Geschichte einer einzelnen Professorin. Er zeigt, wie schnell eine akademische Karriere durch Plagiatsvorwürfe beendet werden kann – und wie schwer es ist, nach einer solchen Entlassung wieder Fuß zu fassen. Guérot hat alle juristischen Instanzen durchlaufen und verloren. Sie bleibt als Publizistin aktiv, aber ohne universitäre Anbindung. Für die deutsche Wissenschaftslandschaft ist der Fall ein Signal: Plagiate werden nicht toleriert, auch nicht bei prominenten Professorinnen. Für Guérot selbst ist die Konsequenz klar: Sie wird ihre Zukunft außerhalb der Universität gestalten müssen – als Meinungsmacherin auf YouTube und in den sozialen Medien, nicht als Forscherin im Hörsaal.
de.wikipedia.org, spiegel.de, en.wikipedia.org, kompakt.media, youtube.com
Ihre umstrittenen Positionen und die anschließende Entlassung werden in Ulrike Guérots Biografie und Kontroversen ausführlich dargestellt.
Häufig gestellte Fragen
Welche Bücher hat Ulrike Guérot geschrieben?
Ihr bekanntestes Werk ist „Warum Europa eine Republik werden muss“ (2016). Weitere Publikationen behandeln die EU-Krise, Demokratietheorie und politische Philosophie.
Hat Ulrike Guérot einen Doktortitel?
Ja, sie hat in Politikwissenschaft promoviert. Die Promotion erfolgte in den 1990er Jahren.
Wo hat Ulrike Guérot studiert?
Sie studierte Politikwissenschaft, Geschichte und Philosophie an der Universität Bonn und der Freien Universität Berlin.
Ist Ulrike Guérot verheiratet?
Ja, sie ist verheiratet und hat Kinder. Details zu ihrem Privatleben hält sie weitgehend aus der Öffentlichkeit heraus.
Welche politischen Positionen vertritt Ulrike Guérot zur EU?
Sie ist eine scharfe Kritikerin der EU in ihrer jetzigen Form. Sie fordert eine radikale Reform oder alternativ nationale Souveränität. Der Euro ist für sie ein zentrales Problem.
Was ist der Europäische Stabilitätsmechanismus und wie steht Guérot dazu?
Der ESM ist ein Rettungsschirm für Euro-Staaten. Guérot lehnt ihn ab, da er ihrer Ansicht nach die Demokratie in den Mitgliedstaaten untergräbt und die EU in eine Schuldenunion verwandelt.
Wie reagierte die Wissenschaft auf Guérots Entlassung?
Die Reaktionen waren gespalten. Viele Wissenschaftler begrüßten die Entscheidung als Konsequenz für Verstöße gegen die akademische Ethik. Andere kritisierten das Verfahren als intransparent und politisch motiviert.



